Thema: Feb. 2015
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Alt 23.02.2015, 20:36   #99
Kojak
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http://www.finanznachrichten.de/nac...enarien-386.htm


DAX-Check: Trügerische Szenarien

Es soll zuletzt viele Börsianer gegeben haben, denen das Thema Griechenland-Krise zum Halse heraushing. Das mag zum einen damit zusammenhängen, dass auch während der abgelaufenen Handelswoche über weite Strecken keine Bewegung in den Verhandlungsmarathon zur Lösung der griechischen Schuldenfrage gekommen war. Zum anderen sorgten aber auch natürliche Gewöhnungseffekte dafür, dass sich die etwaigen Auswirkungen eines sogenannten Grexit, eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone, zumindest in der Vorstellung der Akteure zunehmend verkleinerten. Aber jetzt kann man sogar aufatmen, denn die Eurozone hat sich mit Griechenland im Schuldenstreit geeinigt. Detailfragen bleiben jedoch offen. Doch scheint das keine große Rolle zu spielen, denn annähernd jeder zweite Bundesbürger (vgl. N24-Emnid-Umfrage) war ohnehin davon überzeugt, dass selbst der Grexit, wäre es zu keiner Einigung gekommen, ein Einzelfall ohne größere Folgen für den Rest der Eurozone bliebe.

Zu dieser vereinfachten Sichtweise trugen auch Analysten und Experten bei, die für den Aktienmarkt im Falle eines Grexit nur eine kurze, heftige Abwärtsreaktion mit späterer Erholung vorhergesagt hatten. Andere wiederum arbeiteten zur Beruhigung der Akteure an gewissen Szenarien, für die sie mit größter Sorgfalt Mosaikstein an Mosaikstein reihten. Auffällig daran war, dass sich das Gesamtbild aus einzelnen Teilen zusammensetzte, die einander bedingten (verbundene Ereignisse). Zwar klingt mit jedem zusätzlichen Ereignis eine solche Szenario-Story immer noch ein bisschen logischer. Gleichzeitig wird aber die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser an sich einleuchtenden Szenarien immer geringer. Ähnlich wie bei einem Kaleidoskop muss sich nur ein einzelnes Steinchen verschieben, und schon entsteht ein neues Bild, während das vorherige völlig auseinanderfällt. Dies hat zweierlei Folgen. Zum einen werden die Eintrittswahrscheinlichkeit solcher gut klingenden Szenarien überschätzt und Gefahren möglicherweise verharmlost. Denn man glaubt nach intensivem Gebrauch der zwingend erscheinenden Logik, die Zukunft tatsächlich besser unter Kontrolle zu haben - meist eine Illusion. Mehr noch zeigt das Kaleidoskop- Beispiel, dass es selbst bei wenigen Einzelteilen eine große Zahl von Lösungsmustern gibt, von denen die Experten zwangsläufig nur ganz wenige beleuchten können. Die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet die eine dieser vielen möglichen Geschichten wie vorhergesagt eintritt, tendiert somit gegen null.

Doch zum Glück ist ja alles anders gekommen. Dabei reicht die Kraft des DAX nunmehr bis 11.420 und höher - unter der Prämisse, dass 10.820 nicht unterschritten wird.

Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit.

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