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Alt 06.11.2001, 20:20   #1
KA111
Gast
 
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Weinen Fed senkt 25 Punkte

Das ist wie vorwiegend erwartet.

Man wird mit weiteren Senkungen ( viel bleibt ja nicht ), eine V-Erholung erzwingen, mit allen negativen Folgen, die damit verbunden sind.



Entscheidend sind jetzt die Speeches von Greenspan. Sie erst geben den Auschlag.

Gruß

KA
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Alt 06.11.2001, 20:37   #2
Gast_B
stock-channel.net trader
 
Registrierungsdatum: Oct 2000
Beiträge: 6.329
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Erstaunt mich schon, dass so zügig das Pulver verschossen wird. Wenn das mal gut geht.

DJ Fed Cuts Funds Rate -2: Long-Term Outlook Is Bright
In a statement Tuesday, the Fed said the long-term outlook for the economy remains bright. "Although the necessary reallocation of resources to enhance security may restrain advances in productivity for a time, the long-term prospects for productivity growth and the economy remain favorable and should become evident once the unusual forces restraining demand abate," the central bank said.
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Alt 06.11.2001, 20:43   #3
KA111
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Auf Wiedersehen am 11.12.01 -- Senkung um weitere 25 Punkte.

Dass Greenspan unsicher ist, wußten wir ja schon , daß er bei Bedarf weiter macht auch. Sonst Nichts Neues im Westen. Rate Cut as usual. Reden wir über CUT den 11.

Der Popp im Markt hält sich nach der angesagten Überraschungsparty noch sehr in Grenzen. Na, Klar, wenn man so vorfeiert, will keine rechte Stimmung mehr aufkommen. Ist wie bei Aldi, wenn man die Weihnachtsmänner schon ab September kriegt. Dann kommt einem, wenn es so weit ist, das ..........

Was für Zeiten. Alles verliert seinen sakralen Zauber.

Gruß

Konrad
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Alt 06.11.2001, 20:50   #4
Matze
Ziegenbock
 
Registrierungsdatum: Oct 2000
Beiträge: 8.614
Skeptisch

Der arme alte Mann, wat soll er denn machen, wenn er mit dem A**** an der Wand steht und ihm die Pistole auf der Brust durchgeladen angelegt wird.. Hosen runter halt

Matze
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Alt 06.11.2001, 20:58   #5
Gert
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Alan Greenspan senkt den Leitzins um weitere 50 Basispunkte auf jetzt 2,00 Prozent. Langfristig sieht der Notenbank-Chef eine günstige Entwicklung der US-Wirtschaft, bis dahin sieht es problematisch aus. Die Börsen reagieren mit steigenden Kursen.

Die meisten Volkswirte haben es erwartet, Greenspan hat sich ihnen angeschlossen. Der Leitzins, zu dem sich Banken Geld leihen, ist nun mit 2,00 Prozent festgesetzt, dem tiefsten Stand seit 1961. Die Fed betont im Anschluss, dass sie das Risiko einer weiteren konjunkturellen Abschwächung sieht. Wachsende Unsicherheit führe zu sich verschlechternden Geschäftsbedingungen in der USA und im Ausland. Bemerkenswert dabei ist, dass Greenspan mit dieser Bemerkung zum ersten Mal über den Tellerrand Amerikas schaut. Man könnte das als eine versteckte Aufforderung an die Europäer deuten, sich ebenfalls zu einer mutigeren Zinspolitik zu entschließen.


„Neue Sicherheitserfordernisse“ würden die Produktivitätszuwächse vorübergehend beschränken, meint Greenspan weiter und deutet damit an, dass die Krieg in Afghanistan und generell die Folgen der Attentate vom 11. September eine spürbare Delle in die Konjunkturdaten des Landes schlagen werden. Die langfristigen Aussichten für die Wirtschaft dagegen sieht Greenspan als „günstig“ an.

Der Nasdaq Composite steigt unmittelbar nach dem Zinsentscheid um gut 20 Punkte, der Dow Jones legt 90 Punkte zu. Der Euro reagiert auf die Zinsentscheidung kaum. Er notiert aktuell mit 0,8971 Dollar.

Autor: Thorsten Sauter (© wallstreet:online AG) 20:48 06.11.2001
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Alt 06.11.2001, 21:48   #6
KA111
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Nach einer guten halben Stunde Unschlüssigkeit: die Shortsqueeze läuft.
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Alt 06.11.2001, 21:51   #7
KA111
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, das war das falsche Bild.
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Alt 06.11.2001, 22:31   #8
KA111
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Posting Vertrauen die Märkte der Fed nur bei weiteren Zinssenkungen?

Die amerikanische Notenbank Fed hat am Dienstagabend zum zehnten Mal in diesem Jahr die Leitzinsen gesenkt. Angesichts schwacher Konjunkturdaten wurde der Schlüsselzins um 50 Basispunkte auf 2% zurückgenommen.




Der Fed Fund Satz von 2 % entspricht dem tiefsten Niveau seit 40 Jahren. Der Entscheid hat nicht nur darüber Aufschluss geben, wie das Fed die konjunkturelle Lage einschätzt, sondern auch darüber, wie es seine Rolle versteht. Steht die langfristige Perspektive im Vordergrund, hätte das Fed dem gegenwärtigen Druck der Märkte nach einer weiteren Lockerung der Geldpolitik standhalten müssen. Denn wenn der konjunkturelle Aufschwung tatsächlich - und noch wurde dies vom Fed nicht negiert - im nächsten Jahr ansteht, werden die jetzigen Stimulierungsmassnahmen ihre Wirkung genau dann entfalten, wenn sie nicht mehr notwendig bzw. bereits wieder kontraproduktiv wären. Geht es der Notenbank jedoch darum, kurzfristig die Börse zu beruhigen und über diesen Weg das Konsumentenvertrauen zu stärken, ist mit einer nochmaligen Zinssenkung zu rechnen, welche den Erwartungen der Marktteilnehmer entspricht. Allerdings bliebe auszuprobieren, ob nicht auch ein längerfristig orientiertes Fed - welches die Zinsen wider Erwarten nicht weiter senkt - im Markt Vertrauen auslösen könnte.

NZZ


Die Gefahr eines masssiven Überschießens ist sehr akut. Zauberlehrling. Wie schon einmal! " Die ich rief, werde ich jetzt nicht los. " Extreme sind immer ganz schlecht, da gefährlich und folgenschwer. Ein Staat, der sich zu kräftig einmischt und einer der Laisse faire fährt, zu gut Deutsch, der sich nicht um die Wirtschaft kümmert und ausschließlich auf die Marktkräfte vertraut.
Gruß
KA
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Alt 06.11.2001, 23:08   #9
KA111
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Posting Greenspan ist nicht nur Bullenmacher. Offensichtlich ist er selber einer. Kraft Amtes



Danke mcmike von BH.

Tierfreund
KA
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Alt 07.11.2001, 00:44   #10
KA111
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Posting Greenspan hat eine tragische Rolle

Greenspan hat den Abschwung völlig unterschätzt und mit Sicherheit zu spät erkannt.

Er war nämlich seinerzeit voll damit beschäftigt die Inflationsgefahr zu bekämpfen, die er mit seiner Politik in den 90ern und zuletzt mit seiner (damals) rekordverdächtigen gigantischen Geldflutung in banger Vorbereitung auf vermeintliche Probleme der Millenium-Umstellung heraufbeschworen hatte. Die alten vehängnisvollen Rekorde der Geldflutung sind übrigens jetzt bereits erneut überboten worden.
Greenspan sah wohl zu spät, daß er den Zielkonflikt (= Erhaltung der Geldstabilität und Schaffung wachstumsadäquater und damit wirtschaftsfördernder geldpolitischer Bedingungen ) schlicht unsachgemäß gelöst hat. Er löschte auf der falschen Brandstätte!

Die US-Wirtschaft ist ein riesiger Zug mit kolossalem Masse (Trägheitsmoment). Mal so schnell stoppen oder beschleunigen, ohne längere Anlauf- und Vorbereitungszeit und einem Timelag von mindestens 6 - 9 Monaten, das geht nicht. Ich hoffe sehr, daß er noch die volle (?)Kontrolle hat und sich der Konsequenzen einer Zinssenkung von insgesamt 4,5 % in 11 Monaten bewußt ist und den richtigen Zeitpunkt kennt, um erneut und rechtzeitig bei anlaufender Überhitzung gegenzusteuern. Ein schwerer Job nicht nur für einen 75-Jährigen.

Gruß
KA


In der Thread-Überschrift ist von "Jubiläumsveranstaltung" die Rede. Dann paßt das ja!


Mann (Frau), o Mann (Frau), das war in dem USA-Fonds der 9000. Beitrag .Wieviel mögen wohl davon lieber Ralph , lieber Matze, liebe Silke, liebe Brigitte, lieber Gert und alle anderen Core-PosterInnen auf Euer Konto gehen? Herzlichen Dank für all die Mühe und den Sachverstand.
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Alt 09.11.2001, 18:49   #11
Yoda
stock-channel.net member
 
Registrierungsdatum: Oct 2001
Beiträge: 666
Augen verrollen

Kann sich denn keiner vorstellen, dass die Zinssenkungen so wirken wie sie es sollen?
Auch die extreme Liquidität könnte die Rallye noch weiter anfachen, aber langfristig müssen natürlich die Erträge der Unternehmen steigen.

Yoda
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Alt 09.11.2001, 18:55   #12
Ralph
.... be ahead of the crowd
 
Registrierungsdatum: Oct 2000
Ort: N/A
Beiträge: 7.143
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Yoda, DOCH ICH !

..... wird nicht einfach, aber ich habe vergangene Woche schon mal argumentativ vorgelegt !

Bisher hat es nur Leser gegeben, oder wenigstens grösstenteils ! ..... aber das wird noch !

Wie war das mit dem Propheten, der im eigenen Land nix gilt ?

Ralph


PS: Mal sehen, wann die erste Breitseite in meine Richtung abgefeuert wird .... KA111, Germa ....... auf geht's !

__________________
"Überschussbeteiligung"-Teilhabe von lebenslang Verunsicherten am Misserfolg ihrer Assekuranz.

Geändert von Ralph (09.11.2001 um 18:57 Uhr).
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Alt 10.11.2001, 15:42   #13
KA111
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Ralph und Yoda, das ist auch voll meine Meinung. Ob ich mir vorstellen kann, daß die Zinssenkungen ihre Wirkung entfalten können? Ja doch, das steht außerhalb jeglicher Frage. Mehr noch die Zinssenkungen werden eine []BÜber[/B]wirkung entfalten und vor der Zeit der erneuten Zinsanhebungen nach einer kurzen zins- und liquiditätsbedingten hektischen Erholung graust es mir schon jetzt Das ist wie auf der Autobahn fahren und schleudernd von einer Bande auf die andere zu prallen. Vielleicht ist das auch nur die Angst von Eulenspiegel bei der Berg-und Talfahrt.

Ansonsten:
Das Ausmaß und die Frequenz der schlechten Nachrichten von der Konjunkturfront in den vergangenen Monaten lassen sich, paradox genug, positiv interpretieren: Die Erwartungen der Anleger sind so weit zurückgeschraubt, dass negative Überraschungen kaum noch wahrgenommen werden. Schnauz voll, man will nicht mehr sehen, als man gesehen hat. Oder die Wahrnehmungsfähigkeit wurde durch das Übermaß des Negativen abgestumpft. Siehe Verbrauchervertrauen vom Donnerstagoder Disney u.a. Und: Der Konjunkturabschwung fiel so dramatisch aus, dass eine zyklische Erholung nicht mehr weit sein kann, sofern der der heftige Abschwung keine strukturellen Verwerfungen nach sich zieht. Das aber bleibt abzuwarten. Die Unsicherheit - Fanfarenmusik aus Afghanistan oder mögliche weitere Terrorakte in den USA - hierüber wird uns noch länger begleiten - aber ganz sicher mit hohen Kursschwankungen.


Gute und mit Timelag wirksame Medizin im Übermaß ist fast immer Gift, wenn man es sich nicht leisten kann das Anschlagen der Therapie vor der Abgabe weiterer Dosen abzuwarten. In diesem Zusammenhang gestattet mir noch den Hinweis: man sollte sich davor hüten, von einer liquiditäts-stimulierten Börse auf eine zins-stimulierte-Wirtschaft im nachhaltigen Aufwind zu schließen.

@ Prophet Ralph, Breitseite zur Person oder zur Sache? Wie meintest Du das also? Ansonsten im anderen Thread vielleicht noch in Kürze- wie bestellt - einen kleinen Klacks des Senfs Eigenmarke.
Gruß

KA



Hier ein FAZ-Artikel.

Die Börse und das Wundermittel Liquidät

Von Holger Steltzner


Die Notenbanken werden es schon richten. Die beherzte Zinssenkungsrunde der drei großen Zentralbanken in Amerika, England und Kontinentaleuropa verstärkt die Hoffnung der Anleger an den Aktienmärkten, daß die konjunkturelle Talfahrt der Weltwirtschaft lediglich in einer kleinen Wachstumsdelle und nicht in einer tiefen Rezession münden wird. Im Glauben an das Wundermittel Liquidität wischen die Börsianer in diesen Wochen alle schlechten Nachrichten beiseite. Seit den schockbedingten Panikverkäufen vom 21. September sind die Aktienkurse in Amerika und Europa wieder nach oben geschnellt. Wie sind die Kursgewinne von rund 30 Prozent innerhalb weniger Wochen zu interpretieren? Signalisieren sie tatsächlich einen Wirtschaftsaufschwung schon im kommenden Frühjahr? Oder handelt es sich wieder einmal um einen Frühstart der Börse mit der Gefahr heftiger Kursrückschläge, wenn die optimistischen Konjunkturwetten nicht aufgehen sollten?

Nicht die Hoffnung auf steigende Unternehmensgewinne im nächsten Jahr, sondern die kräftig gesunkenen Zinsen an den Geld- und Kapitalmärkten treiben die Kurse an den Aktienbörsen. Mit ungewöhnlich kräftigen und raschen Zinssenkungen reagieren die Notenbanken auf die drohende Wirtschaftskrise, die erstmals seit der Ölkrise Mitte der siebziger Jahre alle führenden Industrieländer gleichzeitig erfaßt. In Amerika liegt nach zehn Zinssenkungen in diesem Jahr der Leitzins mit zwei Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit vierzig Jahren. Auch an den Kapitalmärkten sind die Zinsen auf Talfahrt.

Die Renditen für Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen zwei und zehn Jahren nähern sich in Amerika und Europa ihren historischen Tiefständen. Infolge der Leitzinssenkungen sind die Renditen am kurzen Ende der Zinskurven besonders stark gefallen. Aber auch am langen Marktende sind die Renditen heute wesentlich niedriger als zu Jahresbeginn. Insgesamt sind die Zinskurven in Amerika und Europa steiler geworden, zugleich haben sie sich nach unten verschoben.

Im Gegensatz zu den Aktienbörsen werde an den Anleihemärkten ein düsteres Wirtschaftsszenario gespielt, nämlich ein langer und tiefer Wirtschaftsabschwung, sagen manche Beobachter und malen sogar das Schreckgespenst einer drohenden Deflation an die Wand. Senden die Aktienund Anleihemärkte tatsächlich so widersprüchliche Signale aus? Wohl kaum. Niedrige Renditen für langlaufende Anleihen bedeuten nicht unbedingt, daß eine tiefe Wirtschaftskrise droht. Möglich ist auch, daß die Konjunktur zuerst in Amerika und später auch in Europa im Laufe des kommenden Jahres langsam wieder Fahrt aufnimmt. Solange in der Erholung die Inflationsraten nicht steigen, müssen auch keine größeren Renditeaufschläge für langlaufende Anleihen gezahlt werden.

Tatsächlich ist die Teuerung auf dem Rückzug. Drohende Entlassungen und trübe Wirtschaftsaussichten spiegeln sich in den Lohnforderungen, und die Unternehmen können ihre Preise kaum erhöhen. Hinzu kommen außergewöhnlich niedrige Energie- und Rohstoffpreise. In Europa wird Anfang des kommenden Jahres das Inflationsziel von höchstens zwei Prozent unterschritten werden. Teuerungsraten zwischen einem und zwei Prozent sind aber noch keine Deflation. Wer angesichts der niedrigen Leitzinsen in Amerika und Europa von japanischen Verhältnissen spricht, verkennt, daß die tiefe Krise in Japan vor allem aus einer hochregulierten Wirtschaft und der engen Verflechtung mit politischen Interessen und einem überschuldeten Bankensystem resultiert. Dagegen sind die Volkswirtschaften in Amerika und Europa weitgehend dereguliert und marktorientiert.

Es bleibt die Frage, ob die Zinssenkungen der Notenbanken zusammen mit dem kräftigen Wachstum der Geldmengen nicht mittelfristig zu einem Boom mit steigenden Inflationsraten und einer abermaligen Spekulationsblase an den Börsen führen werden. Das muß nicht so kommen, vor allem nicht in Europa. Im Euroraum ist die Geldpolitik zwar locker, was angesichts der verhaltenen Wirtschaftsentwicklung aber angemessen erscheint. Das tatsächliche Wirtschaftswachstum im Euroraum liegt in diesem und wohl auch im kommenden Jahr deutlich unter dem Potentialwachstum. Zudem resultiert ein guter Teil des aktuellen Geldmengenanstiegs, der deutlich über dem Zielband der Europäischen Zentralbank liegt, aus Mittelzuflüssen aus dem Ausland und dem steigenden Anteil marktgängiger und verzinslicher Anlageinstrumente innerhalb der Geldmenge M3.

Wegen der großen Unsicherheit über die weitere Wirtschaftsentwicklung und wegen der starken Kursverluste an den Börsen seit dem Frühjahr 2000 haben viele Investoren ihre Anlagegelder am Geldmarkt geparkt. Infolge der Leitzinssenkungen und niedriger Renditen an den Anleihemärkten werden in den kommenden Monaten diese Gelder schrittweise abgebaut werden. Denn auf Dauer werden sich die Anleger mit ihren mageren - in Amerika sogar bereits negativen - Renditen von Geldmarktfonds nach Abzug von Inflation und Steuern nicht zufriedengeben. Ein guter Teil dieser Gelder wird wegen fehlender Anlagealternativen zurück an die Aktienbörsen fließen.

Verstärkt werden diese zinsgetriebenen Kursgewinne an den Börsen vom Herdentrieb institutioneller Anleger. Kein Manager eines Investmentfonds kann es sich leisten, in Zeiten steigender Kurse abseits zu stehen. Das wäre im Wettlauf um die beste Performance mit anderen Fonds schlimmer, als im Falle von abermaligen Kursrückschlägen auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Mit solchen Kursrückschlägen muß an den Aktien- und Anleihemärkten jederzeit gerechnet werden. Mittelfristig aber stehen die Chancen gut, daß sich die Kurserholung an den Börsen fortsetzen wird.

Es wird immer wieder übertriebene Kursgewinne von Einzelwerten oder kleinen Marktsegmenten wie am Neuen Markt geben. Doch eine neue Spekulationsblase über den ganzen Markt ist unwahrscheinlich. Denn die Anleger haben aus dem Platzen der letzten großen Blase eine Lehre gezogen. Am Ende zählen die Gewinne der Unternehmen - auch mit Blick auf das kommende Börsenjahr, wenn auf die Gewinnsteigerungen des Jahres 2003 spekuliert werden darf.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2001, Nr. 262 / Seite 11

Gruß
KA
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Alt 16.11.2001, 20:46   #14
KA111
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Zweifel an Maestro Greenspan

Alan Greenspan galt über Jahre hinweg als geheimnisvoll und unangreifbar. Doch der Mythos des US-Notenbankchefs bröckelt.

New York - Alan Greenspan hat den Börsencrash besser überstanden als andere Helden des New-Economy-Booms. Er sitzt noch auf dem Thron, den ihm die Börsianer in den goldenen Neunzigern errichtet haben. Doch auch sein Image hat gelitten. Vorbei sind die Zeiten, als die Leute ihn "Maestro" oder "Magier" nannten. Seine Überzeugung, dass neue Technologien für ewiges Wirtschaftswachstum sorgen könnten, hat sich als Irrglaube erwiesen. Das hat Spuren hinterlassen.

REUTERS

Das Denkmal bröckelt: Alan Greenspan


In diesem Jahr wurde er vollends entlarvt. Neunmal hat er die Leitzinsen gesenkt. Der Hauptzinssatz ist mit 2,5 Prozent so niedrig wie seit 1962 nicht mehr. Bei jeder Zinssenkung hat Greenspan versichert, die langfristigen Aussichten für die US-Wirtschaft seien gut. Doch jedes Mal ist die Wirtschaft noch ein bisschen fester in die Bremsen getreten. Und die Aktienmärkte gähnen nur noch. "Greenspan ist die Magie ausgegangen", kommentierte der "San Francisco Chronicle" nach der letzten Zinssenkung vom 2. Oktober.

Warum verpuffen Greenspans Handlungen derart wirkungslos? Eine Erklärung ist, dass die Federal Reserve unter Greenspan so durchsichtig geworden ist, dass Zinssenkungen die Märkte nicht mehr überraschen. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Doch es gibt noch einen anderen Grund. Den Börsianern, die noch vor zwei Jahren an Greenspan nicht zu zweifeln wagten, wird langsam klar: Der Greis kocht auch nur mit Wasser. Er weiß auch nicht mehr als wir. Der Lack ist ab.

Als es aufwärts ging, ritt Greenspan wie ein Triumphator vorneweg. Doch im Absturz erscheint der Notenbank-Chef genauso ohnmächtig wie jeder Trader. Seine einzige Waffe, die Zinskeule, schwingt er zwar gewaltig, aber anscheinend immer ins Leere. Natürlich muss man anmerken, dass Zinssenkungen erst nach sechs bis achtzehn Monaten ihre Wirkung entfalten. Doch nach neun Monaten fragen sich inzwischen die ersten, wo die versprochenen Resultate bleiben.

Nun hat die Attacke auf das World Trade Center die Wirtschaftskrise noch verschlimmert. Und die Fragen an Alan Greenspan werden drängender. Was, wenn den USA das gleiche Schicksal droht wie Japan? Dort sind die Zinsen auf Null - und trotzdem will niemand Geld leihen und investieren. Die Rezession dauert bereits Jahre.

US-Politiker beider Parteien sind es leid zu warten. Man ist sich einig: Zinssenkungen allein werden die Wirtschaft nicht aus der Rezession holen. Der Staat soll mit mindestens 100 Milliarden Dollar stimulieren. Und was tut Greenspan? Er empfiehlt, mit dem Stimulierungspaket erstmal zu warten. Vielleicht würden die Zinssenkungen ja doch noch wirken. Und überstimulieren wolle man die Wirtschaft ja nicht.

Für diese Einmischung in die Haushaltspolitik erntete er einen Sturm der Empörung. "Greenspans Vorsicht ist grotesk", schäumte Robert Reich, Ex-Arbeitsminister unter Clinton. Sie sei unfair gegenüber all denen, die beim Warten auf den Aufschwung ihren Job verlieren würden. Andere kritisierten, dass Greenspan zu viel Einfluss auf die Wirtschaftspolitik habe. Mit seinem Veto könne er faktisch jedes Gesetz zu Fall bringen, monierte ein Republikaner gegenüber der "New York Times". Es fehle nur noch, dass er auch militärische Ziele in Afghanistan auswähle, murrte ein anderer.

Auch das "Wall Street Journal" nahm Anstoß daran, dass ein nicht gewählter Beamter überdurchschnittlichen Einfluss auf die nationale Politik ausübt. Die Unabhängigkeit der Notenbank sei in Gefahr. Die Zeitung forderte Greenspan auf: "Lassen Sie die Politiker ihren Job machen, und machen Sie den Ihren".

Bei aller Kritik wird Greenspan weiterhin respektiert. Nicht umsonst sollte er den Vorstand der Kommission für die Rettung der Flugzeugindustrie übernehmen. Doch er ist nicht mehr unangreifbar.



Spiegel
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Alt 16.11.2001, 21:13   #15
Silke
 
Benutzerbild von Silke
 
Registrierungsdatum: Oct 2000
Beiträge: 2.224
Posting

und welche Lösung hat Greenspan dafür parat:

(Kam eben übern Ticker):

Live Headline
16-Nov-01
State Unemployment Trust Funds : -- Intraday -- Labor dept figures show that 23 states do not have enough cash to pay a year's worth of unemployment benefits in a slumping economy, according to the Employment Policy Foundation. 3 states - TX, NY, and ND, have only enough to pay unemployed people for 4 months. Report states that if unemployment rates were to rise 1 or 2 more percentage points, as many as 35 funds could be pushed into insolvency.


MM
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